Nachdem das Schiff, die "Bella Laura" schon am Vorabend von den HYDRA-Biologen zu einem Stützpunkt für die Informationssammlung, -aufbereitung und -weitergabe eingerichtet wurde, stand der heutige Tag im Zeichen der ersten Orientierung. Schon früh begann das Team des BR mit der Sondierung des Hafens und der näheren Umgebung. Erste Gespräche mit den heimkehrenden Muschelfischern warfen viele Fragen zur Fischerei, zu verschiedenen Techniken und deren Umweltrelevanz auf, die in den folgenden zehn Tagen zur Beantwortung anstehen.
Nach einem kurzen Ausflug zum Monte Gabicce, in der Nachbarregion Marken gelegen, widmete sich die BR-Fernsehcrew dem Thema "Stranderosion".
Von der ersten felsigen Erhebung der gesamten Küste südlich der Pomündung hat man einen eindrucksvollen Blick über die Touristenzentren der Emilia-Romagna, von Cattolica über Riccione, Rimini bis auf das Hochhaus von Cesenatico.
Bei einem kleinen Begrüßungscocktail der Kurverwaltung Cattolicas (IAT) führte die Leiterin des Umweltamtes der Gemeinde Dottoressa Maria Vittoria Prioli in dieses schon seit ca. vierzig Jahren massiv bestehende Problem ein. In Cattolica konnte man dem Schwinden der Strände durch die schon vor dreißig Jahren aufgeschütteten Steinwälle Einhalt gebieten und eine Wiederansammlung von Sand bewirken. Die Sandmassen allerdings fehlen nun an den weiter nördlich gelegenen Stränden und dies führt beispielsweise in Misano Adriatico an manchen Stellen zu einem völligen Verschwinden des Sandstrandes. Kiesbänke und künstliche Blockwürfe prägen hier stellenweise das Bild. Andererseits werfen die strömungsberuhigten Zonen durch ihren geringen Wasseraustausch in Strandnähe neue Probleme auf, wie z.B. eine Verschlammung von Mündungsbereichen der Bäche und eine geringe Verdünnung eventueller Einträge. Gegenmaßnahmen wurden beispielsweise durch nach außerhalb verlegte Rohre ergriffen, um die Strandbereiche zu entlasten.
Die Fernsehaufnahmen von Stränden, verbauten Ufern und den typischen sichelförmigen Strandverläufen veranschaulichen die Bemühungen der Küstengemeinden um einen Erhalt der Strände.
Das ADAC-Studio war den ganzen Tag unterwegs, um Bild und Tonbeiträge an der Küste und im Hinterland zu sammeln. Das Material wird nach Deutschland übertragen und steht dort interessierten Sendeanstalten zur Verfügung. In den nächsten Tagen werden vom Studio aktuelle Informationen über den Medienverteiler des ADAC präsentiert.
In den Gesprächen mit Tourismusvertretern, Politikern und Fischern zeigt sich, daß die Zone der Oberen Adria bereit ist, sich auch in Bezug auf nachhaltige Bewirtschaftung von Ressourcen, Umweltschutz und Service an die europäischen Nachbarn anzunähern. Die Einführung integrierter Müllvermeidungs- und Recyclingkonzepte, die Verkehrslenkung in den Innenstadtbereichen sowie die Abwassererfassung und -klärung auch aus dem Hinterland haben in den vergangenen 12 Jahren in Cattolica nach anfänglicher Skepsis großen Erfolg. Die Besucher haben wohlwollend reagiert, so daß ein Plus an Service und umweltrelevanten Maßnahmen nicht nur zu einer gesteigerten Lebensqualität der Einheimischen und Urlauber sondern auch zu einem ökonomischen Zuwachs geführt hat. Die politische Führung sieht gerade hier auch eine Signalwirkung und verspricht die Anstrengungen noch zu verstärken.
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