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Rimini

Muschelfischer in der Adria

"...no, no, no, no, no!". Enzo Paolucci, Muschelfischer aus Cattolica erklärt uns die "Vongolara": ein riesiger Rechen, der am Bug des Bootes befestigt über den Sandboden gezogen wird. Durch große Schläuche wird Wasser in feine Düsen gepreßt und so der Sand aufgeschwemmt. Die Muscheln fangen sich in den Maschen eines Drahtkorbes, der nach etwa zehn Minuten wieder an Bord gehievt wird. In einer Siebanlage wird der Fang gewaschen und sortiert. Die zu kleinen Muscheln fallen durch die Maschen und werden zurück ins Meer gekippt, ebenso wie die viel größeren Tiere: ein paar Herzmuscheln, jede Menge Schwimmkrabben und vereinzelt eine große Garnele. Mit einem Hol sind zehn bis fünfzehn Säcke á 10 Kilo prall gefüllt mit Venusmuscheln, den "vongole".

In Cattolica liegen vierzig solcher Boote mit dem typischen Fanggerät, doch nur etwa 25 fahren im Moment aus. Enzo erklärt uns, daß die Muschelfischer mit der Konzession für das südlicher, in den Marken gelegene Fanggebiet zur Zeit eine Fangpause einlegen. Nachdem diese Fischerei seit jeher zentral reglementiert wurde, haben sich die Muschelfischer vor einem Jahr zu einem Konsortium zusammengeschlossen, um die Verwaltung der Ressourcen selbst in die Hand zu nehmen. Die "biologische Pause" ist für zwei Monate pro Jahr vorgesehen, um den Beständen Zeit zur Erholung zu geben. Darüberhinaus ist das Gesamtgebiet in Zonen eingeteilt, die reihum befischt werden. Nach einem Jahr haben die Vongole die Fangreife erreicht: die Maschen der Drahtkörbe haben eine gesetzlich vorgeschriebene Weite von 25 Millimetern.

Szenenwechsel:
Dottore Croatti vom Umweltamt der Provinz Rimini sieht durchaus ökologische Probleme bei manchen Fischereimethoden. Die Schleppnetzfischerei aber auch die beschriebene Art der Muschelfischerei hinterlassen auf dem Meeresboden eine Spur der Vewüstung. Allerdings räumt er ein, daß die Orgnismenwelt der Sandböden sehr flexibel ist und schon nach wenigen Wochen bis einigen Monaten eine weitgehende Erholung der Bestände und Wiederbesiedlung der Flächen stattgefunden hat. Aufmerksamkeit ist dennoch angebracht, vor allem vor dem Hintergrund der nachhaltigen Bewirtschaftung der Ressource Meer.

Morgen, 03. Juni:
Besuch beim ozeanografischen Forschungsschiff und Labor DAPHNE II in Cesenatico - Eutrophierung und Algenschleim - Wracks zu Lebensräumen: das Naturschutzgebiet "Il Paguro"


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