Forschung

 

 

Prozesse an Flachwasser-Gasaustritten

Processes at shallow water gas seeps (PAGS)

Koordination: Miriam Weber, Christian Lott


Austritten von Methan, Kohlendioxid und anderen Gasen aus dem Erdinnern kommt eine immense Bedeutung bei der Kopplung geologischer Prozesse mit Vorgängen in der Atmosphäre zu. Methan hat eine etwa 30 Mal stärkere Wirkung als Treibhausgas als CO2. Biologische Vorgänge im Meeresboden führen schon vor dem Austritt der Stoffe zu einer teilweisen oder vollständigen Umwandlung und spielen somit für die natürliche Regulation dieser Treibhausgase eine entscheidende Rolle.

Prozesse wie beispielsweise die anaerobe Oxidation von Methan durch Bakterien und/oder Archaeen, oder wahrscheinlicher Konsortien aus Vertretern beider Gruppen, sind in ihrer Existenz nachgewiesen, aber noch nicht entschlüsselt oder gar verstanden.

Gasaustritte vor der Küste Elbas beobachten wir seit 13 Jahren. Erste Analysen zeigen, dass es sich hauptsächlich um Methan handelt. Die Kontinuität der Austritte legt nahe, dass es sich um thermogenes, also aus dem Erdinnern aufdringendes Methan handelt und nicht um das Produkt oberflächennahen Abbaus organischen Materials. Isotopenanalysen werden uns helfen, diese Fragen zu klären.

Uns interessieren die Bakteriengemeinschaften auf und im Meeresboden, die Meio- und Mikrofauna in der Nähe der gas seeps und die biogeochemischen Prozesse in ihrem Einflussgebiet. Die Freilanduntersuchungen werden durch Inkubationen im Labor unter verschiedenen Druck- und Konzentrationsbedingungen ergänzt.

Kooperationen:

Dr. Christian Deusner (Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie, Bremen): Kultivierung barophiler Bakterien, AOM
Dr. Dirk de Beer (Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie Bremen): Biogeochemie, Mikrosensorik