

Unsere langjährige Mitarbeiterin startet in die beginnende Saison als frisch gebackene 3-Stern Tauchlehrerin. Andrea hat im Herbst auf Zypern die große TL-Prüfung beim Verband Deutscher Tauchlehrer e.V. (VDTL) erfolgreich bestanden und darf nun alle Leistungsstufen ausbilden und brevetieren. Das ganze HYDRA Team gratuliert herzlich und freut sich über die neuen Sterne.
Andrea hat in den vergangenen vier Jahren am HYDRA Institut auf Elba ihre taucherische Karriere bis zur Ein-Stern-Tauchlehrerin durchlaufen. Sie hat viel Zeit und Energie in die Leitung und Weiterentwicklung der Tauchbasis des Centro Marino Elba investiert und schon als TL* zahlreichen TauchschülerInnen die Elbanische Unterwasserwelt schmackhaft gemacht.
Im Rahmen Ihrer Diplomarbeit beschäftigte sich Andrea mit einem Vergleich der Meiofauna in sublitoralen Kalk- und Quarzsedimenten auf Elba und der benachbarten Insel Pianosa.

„Für unsere Fragestellung gab es einfach kein geeignetes Werkzeug“, sagt Miriam Weber zur Geschichte ihrer neuesten Publikation, „also mussten wir uns ein solches entwickeln“. Über zwei Jahre hat es gedauert, bis die Doktorandin am Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie die ersten Messungen mit dem motorisierten Mikrosensor-Profiler in situ, also direkt in natürlicher Umgebung unter Wasser machen konnte.
Miriams Forschungsobjekte sind die Korallen im Australischen Great Barrier Reef. Sie untersucht dort die Einwirkung von Sedimentation auf die Korallenpolypen. Laborstudien hatten gezeigt, dass das Zusammenwirken von Nährstoffen und Sedimenten bestimmter Korngröße die Tiere sehr schnell stresst und im Extremfall innerhalb eines halben Tages irreparabel schädigt. Die Hypothese, dass Vorgänge im Innern der nur wenige Millimeter dünnen Sedimentschicht der Schlüssel zur Aufklärung der schädigenden Wirkung sein könnten, führte zur Entwicklung des neuen Gerätes.
Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker der Mikrosensorgruppe um Dirk de Beer am MPI in Bremen haben Laborkomponenten und Tiefseegeräte zur Untersuchung von gelösten Stoffen wie O2, H2S, Ca2+ oder pH weiterentwickelt. Klassischerweise finden hierbei hauchdünne Glaskapillaren Anwendung, so genannte Clark-Elektroden, die mit einem Spitzendurchmesser von wenigen Mikrometern Messungen sogar innerhalb lebender Zellen zulassen.
Die soeben erschienene Publikation beschreibt den genauen Aufbau und die Funktionen des motorisierten Microsensor-Profilers, nebst einigen Anwendungsbeispielen. Über die Arbeit an Korallen hinaus trägt das Gerät ein großes Potential zur Erforschung physiologischer und biogeochemischer Vorgänge in situ. So sind Einsätze an verschiedenen Sedimenten und Bakteriengemeinschaften aber auch an sessilen Tieren wie Schwämmen, Moostierchen, Röhrenwürmern und Muscheln denkbar. Eine Einschränkung besteht dennoch: der Mikrosensor-Profiler ist nicht käuflich zu erwerben, kann aber anhand der Angaben nachgebaut werden.
Originalarbeit:
Miriam Weber, P. Faerber, V. Meyer, C. Lott, G. Eickert, K. Fabricius and D. de Beer (2007):
In Situ Applications of a New Diver-Operated Motorized Microsensor Profiler.
Environmental Science and Technology, 41 (17): 6210-6215.