Herkunft der Killeralge im Mittelmeer entschlüsselt

Genetische Analyse von Caulerpa taxifolia zeigt enge Beziehung zu Aquarienkulturen in Europa und zu Freilandproben aus Australien

Einer internationalen interdisziplinären Forschergruppe um Jörg Wiedenmann von der Universität Ulm ist der Nachweis gelungen, daß die zahlreichen Standorte der eingeschleppten tropischen Grünalge Caulerpa taxifolia im Mittelmeer alle von dem selben Stamm besiedelt sind. Die Proben aus dem Aquarium des Ozeanographischen Instituts in Monaco weisen ebenfalls eine hohe Übereinstimmung auf. Hiermit sehen die Wissenschaftler den Beweis für erbracht, daß Caulerpa taxifolia, wie bislang nur vermutet, über das Aquarium an der Côte d’Azur ins Mittelmeer gelangte. Die fremde Meerespflanze erhielt den unrühmlichen Beinamen "Killeralge" aufgrund ihrer rasanten Ausbreitung entlang der Küsten des Nordwestmediterrans. Ökologen fürchten um die Biodiversität in den betroffenen Zonen, da die dichten Bestände der toxischen Alge den Meeresboden wie mit einem grünen Teppich zudecken und so den einheimischen Organismen die Lebensgrundlage entziehen.

Neuerdings macht auch im außertropischen Australien ein Bestand von Caulerpa taxifolia von sich reden. Im Bereich der Moreton Bay südlich von Brisbane breitet sich die Alge rasant aus. Wie die Untersuchung von Wiedenmann et al. zeigt, ähnelt der Bestand von Moreton Bay genetisch sehr stark den Mittelmeerproben. Die Frage liegt nahe: kommt die Killeralge des Mittelmeeres aus Australien?

Die Arbeiten wurden logistisch und finanziell unterstützt durch das HYDRA-Institut für angewandte Hydrobiologie in Konstanz

Literatur:

Wiedenmann, J., Baumstark, A., Pillen, T.L., Meinesz, A., and Vogel, W. (2001).

DNA fingerprints of Caulerpa taxifolia provide evidence for the introduction of an aquarium strain into the Mediterranean Sea and its close relationship to an Australian population. Marine Biology (2001) 138: 229-234.

Abstract: http:link.springer.de

offprint requests: Dr. Jörg Wiedenmann, Department of General Zoology and Endocrinology, University of Ulm, Albert-Einstein-Allee 11, D-89069 Ulm, Germany


HYDRA's Hompepage´