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Weltweit stehen Korallenriffe zunehmend unter Stress: die Häufung außergewöhnlich hoher Wassertemperaturen, destruktive Fischereitechniken und die fortschreitende Abholzung und Urbanisierung der tropischen Küsten haben zu einer rapiden Abnahme der größten von Organismen geschaffenen Bauwerke geführt. In einer gerade veröffentlichten Studie hat die HYDRA-Mitarbeiterin Miriam Weber zusammen mit ihren KollegInnen Katharina Fabricius (AIMS, Australien) und Christian Lott (HYDRA) die Auswirkungen von Sedimenteintrag auf Steinkorallen am australischen Great Barrier Reef untersucht. Die Arbeitsgruppe um Katharina Fabricius vom Australian Institute of Marine Sciences untersucht seit über zehn Jahren die Prozesse an zwei benachbarten Riffabschnitten. Die Zone der Wet Tropics zwischen Ingham und Cooktown wird seit etwa 100 Jahren intensiv durch Zuckerrohr- und Bananenplantagen verändert, wohingegen das Hinterland der Princess-Charlotte-Bay im Norden Queenslands noch die ursprüngliche Vegetation aufweist. Die Schädigungsmuster vor allem der küstennahen Riffe sind bislang nicht hinreichend verstanden. In Labor- und Feldexperimenten wurden zehn verschiedene Sedimenttypen unterschiedlicher Herkunft und Zusammensetzung in ihrem Einfluss auf die blattartige Koralle Montipora peltiformis miteinander verglichen. Es zeigte sich, dass feine schlickige Sedimente die Tiere weitaus stärker schädigen als etwa Sand. Noch schlimmer waren die Effekte bei einer Erhöhung des Nähstoffgehaltes. Bei einer „optimal schädigenden“ Kombination beider Parameter waren die Korallen nach 12 Stunden unwiederbringlich geschädigt oder sogar abgestorben, wohingegen mit Sand oder reinem Kalkstaub beladene Korallen auch nach mehr als zwei Tagen nur mäßige Anzeichen von Stress zeigten. Die AutorInnen konnten die Parameter in einem Schädlichkeitsindex zusammenfassen, der die direkte Korrelation von Sedimenteigenschaften und Schädigungspotenzial ermöglicht. Die Studie stellt die erste Arbeit überhaupt dar, die die Synergismuseffekte bezüglich der physikalischen, geochemischen und nährstoffbezogenen Sedimenteigenschaften differenziert betrachtet. Sie ist kürzlich erschienen im Journal of Experimental Marine Biology and Ecology. Weber M, Lott C, Fabricius K (2006) Sedimentation stress in a scleractinian coral exposed to terrestrial and marine sediments with contrasting physical, organic and geochemical properties. JEMBE 336, 18-36Hinter den Kulissen: Forschungsfahrt durchs Great Barrier Reef. Ein Fotobericht... Videoclip mit englischem Kommentar von Dr. Katharina Fabricius, 5 MB... |
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